Alles neu und alles beim Alten

 

Mit einem Besucherrekord auf der vierten und letzten Hausmesse im alten Gebäude hat Müller Apparatebau den Erfolg der Veranstaltung fortgeschrieben.

Um eine Woche, so eröffnete Müller-Geschäftsführer Karl-Theo Welschof seine Begrüßungsrede, habe man es verpasst, die diesjährige Open House im neuen Firmengebäude auszurichten. Das habe auch am Regen gelegen. Trotzdem kamen die mehr als 300 Gäste, welche wieder aus vielen Teilen der Welt angereist waren, auf ihre Kosten. Mit 13 Installationen rund ums Drucken, Schneiden, Falzen, Kleben und Kuvertieren präsentierten sich die Kranzberger Maschinenentwickler einmal mehr als vielseitige Spezialisten für alle Arten von Papierhandling und Dokumentenlogistik.

 

Welche Karte darf’s denn sein?

Während sich die Neuerungen der meisten Installationen erst beim näheren Betrachten erschlossen, fiel die neue Plastikkarten-Applikation durch die blaue Färbung einiger Elemente der ansonsten Müller-grauen Maschinen sofort auf. 2010 wurde das Aufspende-Modul als Prototyp vorgestellt; jetzt gibt es eine vollständige Anwendung bis zur Kuvertierung. Die Anlage, die für einen großen deutschen Automobilclub entwickelt wurde, hat zwei Kanäle, von denen der erste für ein Anschreiben genutzt werden kann, der zweite für das Trägerdokument, das sechs Plastikkarten aufnehmen kann. Bis zu 5000 Karten pro Stunde können so versandfertig gemacht und nach Postleitzahlen sortiert abgelegt werden. Für das korrekte Matchen von Trägerdokument und Anschreiben beherrscht das System die Lesung von OME, BCR, 2D-Code, Klarschrift, Magnetstreifen und Chip.

 

Papierhandling: kleben ohne zu verkleben

Auf das Heften können Versender mit mehrblättrigen Sendungen, zum Beispiel Scheckheften, fortan verzichten. Zwei ganz neue Müller-Anwendungen mit Heißklebeeinheit für das Zusammenfügen von Papier nutzen einen Klebstoff, der nicht nachhaftet. Die Scheckheft-Klebeapplikation führt zwei Papierendlosbahnen (1-up oder 2-up) übereinander, verklebt und schneidet sie und stapelt sie ab. Dabei bleiben weder an der Schneidevorrichtung noch beim Trennen von Original und Durchschlag am Original Klebereste haften. Die Anwendung für Einzelblätter verbindet, über BCR-, OME-, 2D-Code- oder OCR-Lesung gesteuert, Dokumente mit einem Klebepunkt. Später lassen sich die Blätter bei Bedarf leicht trennen ohne anzureißen. Für das spätere separate Kleben (oder Heften) hat man das Book-on-Demand-Modul weiterentwickelt. Es schneidet und vereinzelt inline vom Drucker im Vierfach-Nutzen gedruckte Dokumente und legt sie in versetzten Gruppen für die Weiterverarbeitung ab.

 

Quantensprung in Bits und Bytes

Die wichtigste Neuerung in der Kranzberger Maschinenschmiede läuft aber im Verborgenen ab. Seit mehr als einem Jahr arbeitet die Software-Crew daran, die Bedienung der modularen Systeme, von denen jedes Element seine eigene Intelligenz besitzt, einfacher zu machen und sie zentral zu steuern. Was wie ein Widerspruch klingt, ist aber nur eine Herausforderung an die Entwickler. MICCU (Müller Interactive Central Control Unit) heißt das Zusammenspiel aus neuer Platine, Bussystem und objektorientierter Softwareprogrammierung, wodurch die Steuerung des gesamten Workflows an einem Bildschirm möglich ist. Bei der Plastikkarten-Applikation wurde MICCU schon implementiert, und die Besucher bekamen einen Vorgeschmack vom „Apple-Feeling“, das demnächst die Müller-Systeme auszeichnen wird.

 

Wiedersehen in neuen Hallen

Mit der neuen Software und einer neuen modernen Produktionsstätte hat Müller ein Zeichen für eine erfolgreiche Zukunft gesetzt. Ansonsten bleibt alles beim Alten: der innovativen und hochwertigen
Maschinenproduktion in Deutschland. „Ein gutes Produkt ‚Made in Germany’ wird, was auch immer die Zukunft bringt, gebraucht werden“, sagte Welschof auf dem kleinen Oktoberfest abends im Festzelt
und betonte, dass es im nächsten Jahr wieder eine Müller Open House geben wird.

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