Vom Kuvertieren zur Digitaldruck-Weiterverarbeitung

 

Müller Apparatebau wird Spezialist für kundenspezifische Anwendungen.

Der Briefstrom wird schlanker und vielfältiger. Wo die Mengen wegbleiben, entstehen neue Anforderungen an Exklusivität und Individualität. Noch wichtiger: Immer mehr Druckprodukte aus dem individuellen Datendruck kommen auf den Markt: Fotobücher, ausstattungsgenaue Auto-Bedienungsleitungen, Books-on-Demand. Große Aufgaben warten auf alle, die in den Outputzentren beim variablen Datendruck und dessen Verarbeitung aktiv sind, und insbesondere auf deren Techniklieferanten. Ein gutes Beispiel ist Müller Apparatebau, seit vielen Jahren als Maschinenbauer für Weiterverarbeitungs- und Kuvertiersysteme mit einer unglaublichen Fertigungstiefe und soliden Ergebnissen wohl bekannt – und derzeit in einen weit reichenden Modernisierungsprozess involviert.

 

Neue Märkte für neue Komponenten

Das Unternehmen, das seinen Schwerpunkt auf die Verarbeitungstechnik insbesondere von Transaktionsdokumenten gelegt hat, ist heute dabei, immer mehr Komponenten zu entwickeln, deren Einsatzbereich weit über die Zielgruppe in Druckzentren von Versicherungen oder Banken hinausgeht: intelligente vollautomatische Schneidelinien, Ganzseitenlesungen zur Workflowoptimierung oder integrierte Spezialmodule. Weil sich die Müller-Maschinen mit ihrem Modulcharakter so flexibel und einfach für aktuelle Produktionsbedingungen einrichten und umstellen lassen, sind sie wie geschaffen für die Weiterverarbeitung von unikalen Druckprodukten wie Fotobücher, Reisebooklets, Wahl- oder Prüfungsunterlagen. Deshalb adressiert Müller Apparatebau nun innerhalb der Druck- und Mediendienstleister verstärkt auch das grafische Segment. Durch den Modulaufbau und die hohe Flexibilität der Systeme passt Müller ideal in die Welt der Druckereien, deren Auftragslage durch permanent wechselnde Jobs mit immer höherer Individualisierung geprägt ist. Speziell für dieses Marktsegment wurden neue Systemlinien entwickelt. Die Linie Book-of-One beispielsweise ist ein kameragesteuertes System, das einzelne bedruckte Bogen mit unterschiedlicher Nutzenanzahl aufnimmt. Diese werden vollautomatisch format- und seitenvariabel geschnitten und gestapelt. Der zusammengetragene Buchstapel wird kantenvariabel an den Klebebinder übergeben. Dieses System ermöglicht, den Druckbogen maximal zu nutzen. Es entstehen keine Rüstzeiten beim Wechsel von Buchformaten, und die Stapelübergabe erfolgt präzise. So können Bücher schneller, kostengünstiger und fehlerfrei erstellt werden. Für Mediendienstleister mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Anwendungen wurde zur Workflow-Optimierung die integrierte Ganzseitenlesung auf der OpenHouse im September vorgestellt. Für die Produktion können verschiedenste Codetypen verwendet und ganz variabel auf einer Seite platziert werden. So lassen sich unterschiedlich aufbereitete Druckjobs codegesteuert im raschen Wechsel verarbeiten. Zusätzlich können alle gelesenen Seiten archiviert werden.

 

Flexible Module für die ganze Welt

Seit vielen Jahren sind Anlagen von Müller Apparatebau weltweit im Einsatz. Jetzt baut das Unternehmen sein Vertriebsnetz aus, um die internationale Präsenz zu verstärken. Dazu werden die Vertriebsgesellschaften unter dem Namen „Müller Systems“ geführt, so dass sie international einfach zu
identifizieren sind. Ein Anfang wurde in den Niederlanden und Italien geschaffen. Einen wichtigen Schritt in die Welt unternimmt das Unternehmen mit der Teilnahme an der Messe All-in-Print China, die als Ostasien-Ableger der Drupa vom 14. bis 17. November in Shanghai stattfindet.

 

Ein neues Gesicht für Müller Apparatebau

Dieser Modernisierung gibt das Unternehmen jetzt auch ein neues Gesicht: Mit einem frischen Corporate Design präsentiert sich Müller Apparatebau im Internet, in Imagebroschüren und Produktpräsentationen. Was 2008 mit der Übernahme des Unternehmens durch die Fortmeier-Gruppe und dem Bau des repräsentativen Firmengebäudes begann, erhält zum 50-jährigen Jubiläum im nächsten Jahr auch medial neuen Schwung. Dabei wird der Ansatz verfolgt, die Flexibilität der Anlagenkonfiguration und die verschiedenen Produktbereiche leicht erkennbar darzustellen.

 

Neue Menschen bei Müller Apparatebau

Um die Neuausrichtung in Corporate Design, Anlagenbau und Internationalisierung zu stemmen, erhöht Müller Apparatebau die personellen Ressourcen. Neue Mitarbeiter sind in Vertrieb, Marketing, Entwicklung und Service hinzugekommen. Leiter Vertrieb und Marketing ist seit ein paar Monaten Max Andelshauser, der zuvor in mehreren führenden Weltunternehmen des variablen Datendrucks aktiv war und Erfahrung im Aufbau von internationalen Strukturen mitbringt. Diese will er offensiv in die neue Strategie einbringen: „Wir konzentrieren uns auf neue Produktlinien, mit denen Corporate-Kunden ihre Weiterverarbeitungs-Aufträge sicher und zugleich kostengünstig abwickeln und Druckdienstleister neue lukrative Marktsegmente erschließen können.“ Für die Weiterentwicklung der Corporate Identity und der breiten Präsenz in der Öffentlichkeit ist jetzt Dr. Susanne Wolf verantwortlich. Die B2B-Marketingspezialistin weiß, was erreicht werden muss: „Der Kunde soll sich in unserem umfangreichen Portfolio gut zurechtfinden und erkennen, wie seine Produktideen mit unseren Systemen zum Leben erweckt werden können.“

 

Tradition in der Moderne

Von der Mechanik und Elektronik bis hin zur Software produziert Müller Apparatebau konsequent im Kranzberger Werk und nach deutschen Qualitätsstandards. Gut ausgebildete Fachkräfte fertigen
präzise arbeitende Maschinen, die auf Langlebigkeit ausgelegt sind. Dafür kommen hochwertige Werkstoffe und die Produktion wartungsfähiger Einzelteile zum Einsatz. Die Verwendung von Gleichteilen vereinfacht die Bedienung und gestaltet Wartung und Beschaffung von Ersatzteilen wirtschaftlich. Bei aller Internationalisierung wird Müller Apparatebau dem Qualitätssiegel „Made in Germany“ treu bleiben.

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